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Zucker-Fees Blog

The Kepler-Track...

02.02.2011 | Bilder0 | Kommentare0 | Neuseeland  - Te Anau
... einer der 5 Great Walks. Schon in Deutschland hatten Neele und ich ueberlegt, dass wir in Neuseeland auf jeden Fall einen der Great Walks laufen wollen. So...

...outdoorfanatisch die Kiwis sind, macht es manchmal den Anschein man stolpert an jeder Strassenecke ueber einen Hajking-Pfad (hajken heisst hier \'trampen\' und trampen \'(hitch)-hijken\'...warum auch immer). Die 5 die die Kiwis als die schoensten, groessten und teils auch am forderndsten betrachten sind die Great Walks. Und jeder Kiwi sollte sie alle gelaufen sein, jeder Teilzeit-Kiwi mindestens einen.

Neele und ich haben uns die verschiedenen Walks angeguckt, durch gelesen, Infos gesammelt und uns schliesslich fuer den kepler Track entschieden. Eigentlich waren wir halt sowieso grad da. Der Kepler liegt naemlich an der untersten Spitze der Suedinsel, im Fiordland und da wo die Welt noch am schoensten ist. Also haben wir schon in Dunedin mit dem Department of Conservation (DOC), also den Rangern, Parkverwaltungen und bla, gesprochen, Huettenpreise angeguckt, Insektenspray gekauft und uns Gedanken ueber davor, danach und waehrend gemacht. Wir haben uns dann dafuer entschieden die erste Nacht in einer Huette zu schlafen und die zweite auf dem Campingplatz (haben ja inzwischen unser eigenes wunderbar-Zelt). Ausserdem haben wir nochmal komplett unsere Waesche durch gewaschen, Vorraete aufgestockt und uns eine Metallschale und einen Dosenoeffner gekauft :D Irgendwie muss man ja kochen und wir haben halt die absolute basic-Varriante gewaehlt.

Dann mit dem Bus nach Te Anau mit einer Nacht Zwischenstopp in Dunedin. Wunderbare Stadt... wenn der ganze Regen nicht gewesen waere. Und im Museum gibt es 160 Jahre alte Echsen die bestimmt nur so alt geworden sind weil sie sich einfach NIE bewegen. Und wir haben uns wirklich Zeit gelassen.

In Te Anau angekommen haben wir beim DOC-Centre unsere Huettenpaesse abgeholt, nochmal Wetterbericht gecheckt und dann Rucksaecke hin und hergeraeumt. Denn auf 3 Tagen unterwegs sein brauche ich nicht meine 9-Monats-Ausstattung mitnehmen. Dafuer hab ich dann das Essen eingepackt :D Neele hat das Zelt genommen :D Den restlichen Krams aus unseren Rucksaecken durften wir dann lieberweise in der Garage von unserem Hostel unterbringen bis wir wiederkommen.

Am ersten Tag ging\'s gleich frueh los, nachmittags sollte es regnen und hey, wer will schon nass werden?!

Und vielleicht an dieser Stelle noch ein paar langweilig Fakten, weil ich weiss dass es manche da draussen interessiert: Kepler Track, Neuseeland, unsere Version waren 3 Tage, 60km und dabei 1400m Hoehenunterschied ueberwunden. Zwei Huetten haben wir genutzt, Luxmore Hut in der ersten Nacht und Iris Burn Hut/Camp in der zweiten.

joahr. auf die 1400m sind wir dann auch gleich am ersten Tag hochgekraxelt. Wir, die wir aus dem Flachland kommen, fuer die der Deich dann mit den zu hoechsten erhebungen der umgebung gehoert :) Ne, Scherz bei Seite. War schon anstrengend. und nach 6 Monaten ohne regelmaessig Sport auch etwas ernuechternd. Wir waren gefuehlt einfach so meeeeeega-langsam. und in ewigen Serpentinen den Berg hochzulaufen, vor lauter Baeumen aber nicht zu sehen wann der Berg endlich aufhoert... naja, irgendwann ist der Wald um einen herum auch nicht mehr schoen. Und dann wird man noch von einer Gruppe Israelis ueberholt, die frisch aus der Armee kommen und noch totales Marsch-Tempo drauf haben :D. man schleppt sich leider schon seit 3 Stunden den Berg hoch und wartet auf die baumgrenze . Ging abe ueber wunderbare Drahtseil-Schwing-Bruecken, unten am Lake Te Anau auch an den Straenden und irgendwann hatten wir rechts vom Weg einfach beeindruckende Klippen stehen. Die ragten einfach in den Himmel hinauf, irgendwie konnte man obendrauf noch Umrisse von Baeumen erkennen, aber ansonsten hab ich mich neben den Dingern ziemlich klein gefuehlt.

Nach einer weiteren gefuehlten Ewigkeit von Serpentinen haben wir dann zeitlich auch okay eine mittagspause eingelegt. und wir hatten uns extra fuer den Track sogar einen Brie gekauft (kaese is so verdammt teuer hier). Also wurde die Laune besser angesichts von Sandwich mit Brie und Gurkenscheiben. Beim Lesen der Broschuere und zusammenrechnen was uns noch alles bevorstand wurde das dann aber auch schon etwas grauer. Kalksteinfelsen sollten noch kommen und von denen aus waren es dann nochmal 2 stunden bis zur Baumgrenze + 45 Minuten bis zur Huette. Also noch etwas weniger als 3 Stunden. Warum machen wir das nochmal? Ach ja, weil wir Spass dran haben und es lieben draussen zu sein. Der Wind hat dann auch aufgefrischt, immer ein gutes Zeichen fuer bevorstehenden Regen... jaja, die Laune, die Laune ;)

Wir haben uns dann doch wieder aufgemacht, weiter den Berg hoch und auf einmal wurde es Licht. und wir sahen, dass es gut war. Denn ungefaehr 10 Minuten von unserem Lunch-Punkt aus war ploetzlich der Berg vor uns. Lag da so vor uns, huellte uns ein mit Wolken und alle Baeume blieben hinter uns. Baumgrenze-nie hab ich die so geliebt :D Es gab dann noch ein wunderbares Schild \"Luxmore Hut, 45 Minuten\"... ja, da waren wir doch den Berg in einer Stunde weniger als vom DOC angegeben hochgejoggt... und die Klippen waren uebrigens der Kalkstein :D Ja, da waren wir auf einmal fix. quer ueber die Ebene, immer mit den verheissungsvollen 45 Minuten vor Augen und den Regenwolken im Ruecken. Eine Viertelstunde bevor wir bei der Huette ankamen hat es angefangen zu regnen, wir waren also im Vergleich zu spaeter Losgelaufenen noch relativ trocken.

In der Huette haben wir dann erstmal unsere Schlafplaetze belegt, uns beim Ranger gemeldet, huettenpaesse abgegeben, ins Huettenbuch eingetragen und dann fing der spassige Teil an. Hauptsaechlich waren wir Deutsche und Israelis, ein paar versprenkelte Skandinavier und ein Ami aus Californien :D Zu dieser internationalen Mischung kommt dann ein 5000Teile-Puzzle eines Oelgemaeldes, Gaskocher mit Tee, Zeit zum Tagebuch schreiben und ein wunderbarer Ranger. Chris kommt aus Invercargill und ist ein wunderbarer Kerl der auf beeindruckende Art und Weise mit seinem Arbeitsplatz zu Frieden ist. Wenn ich in 25 Jahren mal so gluecklich bin mit dem was ich mache habe ich alles richtig gemacht, wuerde ich sagen. Irgendwie fanden Neele und ich uns dann ploetzlich bei ihm in der Ranger-Kueche wieder, wo wir fuer die Huette Rosinenbroetchen gebacken haben. Und dann mit Butter und Marmelade beschmiert wieder runter in den grossen Raum gebracht haben.

Danke auf hebraeisch wird uebrigens \"toda\" aus gesprochen, Bitte \"na\" :)

Wir sind dann aber frueh ins Bett, naechster Tag stand ja bevor und angesichts des Kerl der auf der anderen Seite der duennen Wand den Regenwald abgeholzt hat war ich gluecklich fuer jede Minute Schlaf :D

Am zweiten Tag ging es wieder Berge hinauf und hinunter, man konnte schon von der Huette aus die Gipfel sehen... und auch den Pfad, der hinauf und drumherum fuehrte. Strahlender Sonnenschein und nur wenig Wind, perfekt fuer den alpinen Abschnitt. Neele und ich sind erstmal eine Weile fuer uns alleine gelaufen. Das ist wunderbar die ganzen Berge fuer sich zu haben. Irgendwann sahen wir am Gipfel hinter uns eine einsame Gestalt, die stetig naeher kam. War dann einer der Israelis, komplett ohne Rucksack unterwegs. Der lief dann ein Stueck des Weges mit uns , zog dann aber doch vorbei. An einem der Shelter, kleinen Notunterkuenften die am Berg zu kleben scheinen, wartete er dann auf uns. Und erzaehlte uns, dass die Gruppe Israelis sowieso nur den Tag unterwegs ist und die anderen eigentlich auch gleich kommen muessten. Neele und ich wollten eigentlich nur kurz einen Apfel essen und dann weiter. und ploetzlich sassen wir mit 6 Israelis mitten auf einem Bergruecken unter einem kleinen Vordach und es kam die Frage \"bleibt ihr noch fuer einen Tee?\" Blieben wir natuerlich gerne. gab dann auch noch Gummibaerchen und Kekse :D und irgendwie haben wir im Laufe des Tages die 40 Minuten-Luxus-Teepause auch wieder rausgelaufen. Auch am zweiten Tag waren wir naemlich wieder schneller als gedacht und haben uns immer wieder Zeit fuer die Berge genommen.

Es ging dann auch wieder bergab, stetig, aber fuer Knie-Krueppel wie mich durchaus machbar. und das Gefuehl aus dem kahlen Berg zu kommen, die Sonne auf einem brennen zu haben und dann abzutauchen, einzutauchen in das wunderbare Gruen von neuseelaendischem Buschwald...top. Einfach ploetzlich wieder sichtbar Leben um einen herum zu haben, Voegl zu hoeren, Baeche plaetschern zu sehen, gurgeln, rauschen von Wind in Blaettern. Schoen.

An der Huette angekommen haben wir unser Zelt aufgestellt und uns erstmal raus in die Sonne gelegt. nachdem wir uns gefuehlt mit einer Centimeter-Schicht Insekten-Zeugs eingerieben haben. aber das half dann auch bis tief in die Nacht. Im Schlafsack haben uns dann Gedanken an Tag 3 wach gehalten. die letzte Etappe waren 26km und um halb 3 fuhr der Bus von den Park-Toren nach Te Anau. ungefaehre Vorgabe: 8 Stunden... und die Starkregen-Front um halb 2 vor der uns die rangerin gewarnt hatte war da irgendwie auch noch in meinem Kopf. ja, als wir um halb 6 eigentlich loslaufen wollten und es draussen einfach noch stockfinster war haben wir beschlossen etwas Risiko einzugehen und darauf zu vertrauen, dass wir schon wieder was rauslaufen werden. Also erstmal kein Fruehstueck, dafuer Zelt abgebrochen, nochmal Zaehne geputzt und um kurz vor 7 los. Die 3 Tschechen vor uns haben wir dann einfach gleich ueberholt und so ging es schneller als an den Tagen zuvor durch den Wald. Neuseelaendischer Wald ist einfach toll. Wenn ich mal einen Garten habe muss da ein Stueck Neuseeland rein. Wald, Kueste, Klippen, Sand und das war\'s dann auch schon ;) Aber vor allem Wald. So gruen, unberuehrt und dadurch schon unwirklich wie nichts, was ich vorher gesehen habe. Und Sonnenaufgang an so einem Ort zu sehen ist auch toll. Wenn die Sonne langsam um die Gipfel kriecht und dann den Wald vor dir zum leuchten bringt....huuuu, wie schoen.

Kurz nach 8 dann die Ueberraschung: die erste kleine Shelter, ein Schuppen an dem Ranger Materialien und Werkzeug lagen war schon da. Eigentlich haette es uns 3 Stunden bis dahin kosten sollen. Naja, gut gelaunt also gefruehstueckt, Toast mit wunderbarster Pflaumen-Marmelade :) Und weiter, Rucksack wieder auf, quer durch das Zwielicht des Waldes. Ueber riesige Muraenen die vor Jahren mal runter gekommen sind, deren Auswirkungen man aber immer noch sieht, durch ausgetrocknete Flussbetten und wieder durch den Wald.

Naechste Huette, 20 nach 10. Eigentlich bis hier hin 7 Stunden... joahr. wir sind dass dann mal in 3 gelaufen :D Insgesamt haben wir an diesem wunderbar-unwirklichen Tag die Zeit-Angabe des DOCs halbiert und trotzdem noch unterboten :D Wunderbaren Wald um uns herum gehabt, gefeiert, Cookies gegessen, weitere wunderbare Brie-Gurken-Sandwichs verspeist, unsere Fuesse in den Lake Te Anau gehalten, in der Sonne herum gegammelt, das Shuttle erreicht und keinen Tropfen Regen abbekommen.

wunderbar

Zurueck in der Zivilisation sind wir dann als erstes Einkaufen gegangen :) Fuer eine deluxe-Version Nudeln mit Sosse und Bananen-Milchshake fuer die Muskeln :) Man goennt sich ja sonst nichts :) Und so schliefen wir dann am Ende des Tages muede, kaputt, ziemlich neben der Spur und uebergluecklich wieder in wunderbaren hostelbetten.

Fazit: Genial. Landschaftlich einfach Sahne, so wunderschoene Eindruecke, egal ob alpin oder im busch, tolle Menschen, egal ob Israeli oder Ranger :D Eine Menge Spass, auch am Laufen. Aber generell bin ich glaube ich eher fuer\'s Laufen im Flachland gemacht. Berge find ich schoen, macht mir auch mal Spass, aber dieser Qualfaktor?! Ich weiss ja nicht :D Mein kopf schwirrt jetzt noch mit Bildern und schon wieder mit neuen ideen, wo man nochmal laufen koennte.

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