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_kathrin_hs Blog

Und was gibt’s sonst Neues?

11.11.2010 | Bilder14 | Kommentare0 | Ghana 
· Vor einigen Wochen gab es einen ziemlich heftigen Streit mit der Heimleiterin Mawusi. Es ging dabei (wie so häufig in diesem Land) um Geld. Mittlerweile...

...verstehen wir, dass es zwischen den Projekten und unserer ghanaischen Entsendeorganisation einen Kampf um Geld und Freiwillige gibt. Da wir alle mit Nicht-Regierungs-Organisationen in Ghana sind, mussten wir für unseren Aufenthalt hier sehr viel Geld bezahlen. Leider wissen wir nicht, wo das ganze Geld stecken bleibt und ob die Projekte genügend Geld bekommen, um für die Freiwilligen zu sorgen. Anfangs hat Mawusi nur sehr unregelmäßig für uns gekocht, sodass wir viel Geld für Essen ausgeben mussten, für das wir eigentlich im Vorfeld schon gezahlt hatten. Weil sich die Lage auch nach einigen Gesprächen mit Mawusi nicht besserte, haben wir uns bei Tina (unsere Ansprechpartnerin vor Ort) beschwert. Mawusi fühlte sich dadurch dermaßen hintergangen, dass sie uns im Waisenhaus angeschrien hat. So mussten wir den Raum unter Tränen verlassen. Tina hat uns in Kpando besucht und uns erklärt, wie viel Geld Mawusi monatlich für die Versorgung ihrer Freiwilligen bekommt. Für ghanaische Verhältnisse ist das mehr als ausreichend! Wir haben aber auch erfahren, dass Mawusi große Probleme mit dem ghanaischen Jugendamt hat, weil es im Waisenhaus zu viele Kinder gibt. Wem wir nun was glauben können wissen wir nicht, aber uns ist klar geworden, wie ernst die Lage wirklich ist und dass man hier mit Geld häufig mehr helfen kann – traurig aber wahr!

Komischerweise verschwinden ständig Frauen aus dem Waisenhaus und werden durch andere ersetzt. Angeblich hatten einige von ihnen Streit mit Mawusi. Alle genauen Hintergründe werden wir wohl nie erfahren, aber der Streit hatte auch eine gute Sache. Die Situation hat uns gezeigt, dass die Kinder absolut auf unserer Seite stehen und dass Mawusi in der Vergangenheit schon des Öfteren Streit mit Freiwilligen hatte. Die Kinder haben uns total lieb getröstet und uns angefleht nicht zu gehen. Wonder (16 Jahre) hat uns einen Brief geschrieben und geweint, weil er so große Angst davor hatte, dass wir das Projekt wechseln werden. Man merkt oft, wie schwer es den Kindern fällt Vertrauen aufzubauen und sich uns zu öffnen. Es hat lange gedauert, bis sie sich auf uns eingelassen haben.

Mittlerweile wird die Stimmung zwischen Mawusi und uns schon besser. Wir bekommen jetzt drei Mahlzeiten pro Tag, die uns auch zustehen. Mittags gibt es oft nur frisches Obst.

Es ist schön zu wissen, dass die Kinder und auch die anderen Frauen im Waisenhaus unsere Anwesenheit schätzen. Wir wissen, dass das Geld sehr knapp ist und haben vor einigen Wochen Lebensmittel und Trinkwasser für die Kinder gekauft. Mawusi kann momentan nicht einmal die Strom- und Wasserrechnungen für das Waisenhaus bezahlen, weshalb die Kinder nun immer Wasser aus der Stadt holen müssen oder zu uns kommen. Wo wir auch schon beim nächsten Thema wären …

· Wir hatten vier Wochen lang kein fließendes Wasser im Freiwilligenhaus und mussten deshalb jeden Tag Kanister schleppen. (Eimerdusche!!!)

All‘ das nur, weil die Straßen in Kpando erneuert werden und die ganze Stadt einer einzigen Baustelle gleicht. Außerdem gab es zwei Tage lang keinen Strom in der gesamten Volta Region und in Accra. Da das zentrale ghanaische Stromnetz von dieser Region abhängig ist, dürfte es eigentlich im ganzen Land keinen Strom gegeben haben. Stromausfälle sind hier nach starken Gewittern an der Tagesordnung und treten in letzter Zeit ziemlich oft auf. Gerade nachts ist die Hitze ohne Ventilatoren dann unerträglich. Wenn es hier regnet, kann man gar nicht genug Wannen zum Wassersammeln haben und eine Regendusche kann ziemlich erfrischend sein!

· Ebenfalls vier Wochen lang hatten wir einen tierischen Mitbewohner im Freiwilligenhaus. Die Maus ist und einige Male über den Weg gelaufen und hat überall ihren Kot hinterlassen, doch fangen konnten wir sie nie. An einem Abend konnten wir sie dann endlich in die Falle locken und einige Jungs aus dem Waisenhaus haben sie glücklicherweise nach einer stressigen Jagd mit einem Kehrblech erschlagen!

· Im Unterricht wird jetzt ganz fleißig das Rechnen von 1 bis 10 geübt. Dazu sammelt jedes Kind zehn Steinchen vor dem Klassenraum und dann sollen damit fünf Aufgaben gelöst werden. Bis alle Kinder verstanden haben, was sie tun sollen und wozu sie überhaupt Steinchen gesammelt hatten, sind schon mal zwei Stunden vergangen – nur Geduld!

Dieser Eintrag wurde in der Kategorie Oktober 2010 erstellt.

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