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Myanmar ist anders!

29.11.2008 | Bilder8 | Kommentare0 | Birma 
- (aber, wie mein hochgeschaetzter Schwager enttaeuscht festgestellt hat, ich bin noch ganz Diesselbe :op). Das Ganze beginnt schon damit, dass man nach Ankunft in...

...Yangon erstmal seine Uhr um eine halbe (!!) Stunde zurueck stellen muss... .

Ich bin ja nun schon seit 2 Wochen hier und es vergeht kein Tag, wo ich nichts zum Staunen hab. Denn Myanmar ist auf jeden Fall ein beeindruckendes Land, mit Menschen, die trotz Armut und politischer Missstaende immer freundlich und zuvorkommend sind.

Meine Reise hat in Yangon begonnen, danach bin ich mal rauf zum Inle See geflogen (bzw. hab ein 3-Tages-Trecking von Kalauw nach Inle - ca. 70 km - gemacht), mich dann erstmal am Inle See erholt, bevor es weiterging nach Mandalay & Umgebung. Von dort aus gab's einen Abstecher nach Pyin Oo Lwin und einer Zugsfahrt zum beeindruckendem (und etwas beaengstigendem, weil doch sehr wackelig aussehendem) Gotheik Viadukt und seit gestern Nacht bin ich wieder hier in Mandalay. Morgen frueh geht's dann auch schon weiter nach Bagan und den letzten Tagen Myanmar.
Zugegeben, momentan bin ich ganz froh, wenn ich Mandalay morgen verlasse - und zum Glueck muss ich dann auch mal einen Tag nichts machen, als 15 Stunden auf dem Boot sitzen ;o). Ich bin naemlich grad ein bisserl angeschlagen, nachdem ich gestern beim 'Heimweg' vom Bahnhof in ein Loch im Gehsteig gefallen bin (ja, ich weiss, dass hoert sich ziemlich bloed an, aber die Strassen sind eine Katastrophe, Strassenbeleuchtung gibt's hier ja natuerlich nicht und ich war so damit geschaeftigt, die um mich kreisenden Taxler zu beobachten, dass ich es ganz uebersehen hab. Fazit: ich schau aus, als ob ich gekonnt verpruegelt worden waer (und fuehl mich auch so) und hab ausserdem einen Schuh verloren (der ist noch im Loch) - da hab ich selbst also ganze Arbeit geleistet :o).

Wiedersehen in Yangon: Nachdem ich ja mit meinem Flug nach Ngapali Beach ein bisserl Pech hatte (sprich: der wurde fieserweise einfach gestrichen), hab ich mir erstmal 2 Tage Erholung gegoennt, bevor Nita & Herbert eingetroffen sind (natuerlich frisch erholt und entspannt nach dem Strand) - und dann gab's jede Menge Programm in netter Gesellschaft :o)! Yangon hat ja Einiges zu bieten: Pagoden noch und noecher, Kloester, Maerkte, Parks etc. - also keine Chance, dass da einem mal fad werden koennte... ;o).
Leider ist die Zeit mit den beiden viel zu schnell vergangen (auch wenn sie das vielleicht ein bisserl anders sehen ;o)) und ich geniess nun wieder mein 'hartes' Backpackerleben.

Exotisch: Myanmar ist touristisch gesehn ja kein Land, wo massenweise Leute hinstroemen. Daher braucht man sich auch nicht zu wundern, wenn man hier mindestens genauso neugierig angestarrt wird, wie man es vermutlich selber grad macht. Waehrend meines 3taegigen Treckings (welches uebrigens ein ziemlicher Reinfall war, aber nicht wegen der Landschaft, sondern wegen der Flasche von Tourguide - uebrigens kein Burmese und ich hab draus gelernt, niemals wieder 100 %ig dem Lonely Planet zu vertrauen...) bin ich immer wieder auch bei Doerfern vorbei gekommen und da gab's dann erstmal einen unglaeubigen Blick und die Frage, ob ich denn wirklich ALLEIN unterwegs waere... Dazu sei gesagt, dass angeblich eine burmesische Familie nie erlauben wuerde, eine Frau allein verreisen zu lassen und dieser Anblick daher sehr selten ist (tja, da hab ich ja nochmal Glueck gehabt ;o)). Ausserdem sollte man sich nicht wundern, dass man oefter mal als Fotoobjekt fuers Familiealbum herhalten muss... - ist sicher amuesant..."und hier das Foto mit mir und der Fremden" ;o).

Begegnungen: Ausserdem hatte ich hier auch schon ein paar Begegnungen, die ich kurz erzaehlen moechte.
Zuerst war da mal in Mandalay der Moench, der mich 'gerettet' hat, als ich orientierungslos im Kloster herumgeirrt bin (eigentlich wollte ich ja zum Hafen und ich - unglaeubiges? - Schaf bin wieder mal vom Weg abgekommen...).Jedenfalls hat er mich netterweise bis zum Boot begleitet und mir waehrend des Fussmarsches so einiges ueber die Unzufriedenheit der Menschen hier und auch der Moenche erzaehlt. Was mich etwas erschreckt hat, war, als er gemeint hat, dass er nach dem Studium versuchen will, nach Sri Lanka zu gehen und dass viele andere Moenche genauso denken, weil einem das Leben in Myanmar einfach so schwer gemacht wird.Tragisch, wenn man bedenkt, dass bis jetzt wenigstens die Moenchen ein bisschen Widerstand gemacht haben....

Die 2. Begegnung hatte ich dann am selben Abend mit einem Trishaw-Fahrer. Eigentlich meide ich diese und alle anderen Taxler ja (was mir auch gestern - Stichwort Loch - zum Verhaengnis geworden ist). Ich war wiedermal viel zu spaet dran, den Mandalay Hill mit seinen mindestens (gefuehlten) 100 000 Treppen zu besteigen, weshalb ich erst wieder unten angekommen bin, als es schon stockfinster war (und gemeinerweise werden in der Pagode um genau 18 Uhr alle Lichter ausgeschaltet - ich bin also ohne Licht die Stufen runtergestolpert und, eh klar, noch dazu woanders angekommen....). Natuerlich wollt ich mir keinen Trishaw-Fahrer leisten (ausserdem koennen die wahnsinnig nervig sein!!!), hatte aber keine Ahnung, welcher Weg der Richtige war. Also ist mir doch nix anderes uebrig geblieben und hab den Fahrer nach dem Weg gefragt - und natuerlich sofort auch gemeint, dass ich 'leider' kein Geld fuer eine Fahrt mithaette... . Er hat ihn mir dann auch gezeigt und ich bin losmarschiert. Auf einmal nach 5 Minuten haelt er wieder neben mir und meint, dass ich ihm so leid getan haette, weil ich allein und im Finstern zum Guesthouse gehen muesste und er mich daher gratis mitnehmen wuerde. Ich muss zugeben, da war ich echt geruehrt - und hab mich auch ein bisserl geschaemt (natuerlich hatte ich Geld eingesteckt).

Was ich ausserdem absolut toll gefunden hab, war, dass waehrend meiner Zugfahrt zum Gotheik Viadukt Einheimische neben mir gesessen sind, und auch wenn wir uns nicht verstaendigen konnten (obwohl in den Schulen Englisch unterrichtet wird, hab ich hier noch kaum jemanden getroffen, der mehr als 'hello', 'where are you from' oder 'taxi' sagen konnte - gerne auch in dieser Reihenfolge), immer ihr Essen mit mir teilen wollten. Ich glaub, sowas koennte einem in Oesterreich nicht passieren - und wenn doch, wuerde man den Schenker als 'reif fuer die Klappmuehle' einstufen... eigentlich traurig.

So, das war jetzt was zum Nachdenken, passend zur vorweihnachtlichen Stimmung ;o). Trinkt einen Punsch in meinem Namen (sowas haett ich naemlich momentan echt gern - mit einer Schneekulisse im Hintergrund bitte - hier hat's ja immer um die 30 Grad, brrrr ;o)).

LG aus Mandalay,
Ingrid

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