...abgetrocknet, bei den Temperaturen auch kein Wunder. Wir haben hier Nachts so 18 – 20 Grad, Tagsüber auch so 28-30 Grad. Dazu weht ein leichter Wind.
Also, wenn es bedeckt ist, dann ist es doch ne prima Idee eines der Besichtigungsziele in Augenschein zu nehmen. Ich habe auf Empfehlung mit den Präsidentenpalast mal angesehen, der seit 1962 nicht mehr Sitz des Präsidenten ist, sondern jetzt als Revolutionsmuseum dient. Das Gebäude wird zur Zeit renoviert, und ist eingerüstet. Trotzdem ist es geöffnet, aber die Ausstellungen sind eben etwas reduziert. Das Gebäude ist ein wunderschöner Bau, der erahnen lässt welcher Wohlstand mal auf Kuba war. Leider trifft auf das Gebäude etwas zu, was man mit dem Begriff „stark renovierungsbedürftig“ treffend beschreibt.
Gezeigt werden in der Ausstellung die ehemaligen persönlichen Besitztümer der Revolutionäre, auch von Fidel Castro Ruz und seinem Bruder Raul, dem jetzigen Präsidenten. Auch Che Guevara ist etliches zu sehen. Offen gesagt: Wenn man, wenn man sich nicht so mit der kubanischen Geschichte im Detail auskennt, ist das Museum zwar informativ, aber bis auf einige Exponate eher langweilig. Da gibt es z.B. Fidels alte Sonnenbrille, ne Aktentasche , Dokumente , Che’s Arztbesteck usw. usw. Dazu gibt es die Kleidungsstücke der hingerichteten Revolutionäre, blutgetränkt, mit Einschusslöchern durchsiebt…..
Einschusslöcher…..die Kubaner scheinen ein liebevoll neurotisches Verhältnis dazu zu haben. Hier werden auch die Einschusslöcher gehegt, gepflegt , renoviert und präsentiert. Durchsiebte Autos von Revolutionären, Einschusslöcher im Präsidentenpalast, auch in meinem Hotel – mit ein Grund warum das zur nationalen Gedenkstätte erhoben wurde. Allerdings hatte der böse Klassenfeind diese noch vor der Revolution schnell neu verputzt – eine Heinweistafel mit Foto gibt es trotzdem.
Man kann sagen was man will… auch wenn im Präsidentenpalast Scheiben zerbrochen sind – Einschusslöcher und Revolutionsdevotalien aller Art werden gehegt und gepflegt ! Ein Highlight der Ausstellung: Die Halle der Cretinos – also die Haller der Deppen. Hier bekommt auch so mancher US-Präsident seinen Ehrenplatz ;-)
Wenn man durch Havanna streift, erschreckt einen der bauliche Zustand der teilweise wirklich schönen Gebäude. Teilweise recken sich die Gebäude wie ein hohler, abgebrochener Zahn in den Himmel…aber es tut sich was ! Seit einigen Jahren wird renoviert, saniert – ob man jemals den Rückstand aufholen kann, ist allerdings fraglich. Es gibt so unendlich viele marode Gebäude, und teilweise leben da auch noch Menschen drin. Havanna hätte jedenfalls das Zeug eine der schönsten Städte der Welt zu werden. An schon renovierten Ecken kann man das einfach spüren.
Überhaupt , es tut sich viel in Kuba. Man kann es an den Autos erkennen. Während es ganz offensichtlich bis vor wenigen Jahren keine Fahrzeugimporte ins Land gab, Oldtimer und russische Ladas das Strassenbild beherrschten, gibt es jetzt massig neue Autos chinesischer, koreanischer Herkunft. Auch Kubaner – also Privatleute - fahren jetzt schon mal S, E oder M-Klasse. Man kann es an den Kennzeichen erkennen.
Wer Kuba noch unverfälscht erkennen will, sollte es jetzt tun…
Ab dem späten Vormittag gab es dann blauen Himmel, und ich habe mich an den Pool gelegt – und suche gerade panisch meine Sonnenschutzcreme!
Abends habe ich dann einen weiteren Tip umgesetzt. Sich an die Uferpromenade mit einem kalten Bier setzen, und den Sonnenuntergang einfach geniessen. Einfach toll !
Danach ging es noch mal in die Altstadt Havanna, und hatte noch einen wirklich tollen Abend.
Grüße aus Havanna
Klaus