Sunyani verließen wir Donnerstag nach nettem Abend mit Gina, die Marleen noch einen kleinen afrikanischen Kochkurs verpasste.
Morgens freuten wir uns über ein bisschen ausschlafen bis ca. 9 Uhr und wie sollte es anders sein: Wir reisen, also regnet es mal wieder. In Strömen. Sehr lange. Es könnte ja sein, dass wir bald nicht mehr so viel davon haben, also nochmal eine Extraportion an der Tro-Tro Station warten. Unsere 2 obligatorischen Stunden später gings dann los nach Kumasi, der zweitgrößten Stadt Ghanas.
Den Nachmittag erkundeten wir die Stadt: der unglaublich volle, enge, bunte, belebte Central Market ist nur für kurze Zeit auszuhalten, also liefen wir für den Eindruck einmal durch um dann im viel ruhigeren Kulturzentrum der Stadt wieder runter zu kommen. Dort holten wir nochmal all unsere Verhandlunskünste heraus und erstanden schöne afrikanische Souvenirs. Vom Maler unserer Bilder ließen wir uns dann in eine gute Fufubar führen, es ging ja jetzt schon daran, alles zum letzten Mal zu tun.
Freitag hatten wir dann wieder genug von der großen Stadt und machten einen Tagesausflug zum nahegelegenen Lake Bosumtwi, in dem den Sagen nach die Seelen der verstorbenen Ashanti (Volk um Kumasi rum) ruhen. Naja, denen sind wir nicht begegnet... Um weiterer Frustration durch Warten zu entgehen, machten wir diesmal einen auf dicke Weißenhose und bezahlten die Hälfte der Plätze im Tro-Tro (am Ende immernoch nur ca 4 Euro für uns beide für die Fahrt), damit es losgeht.
Der See wirklich sehr schön: Inmitten von bewaldeten Bergen, alles ruhig und nur kleine Dörfer drumrum. Touristisch natürlich wieder nicht sehr ausgebaut: im Touribüro suchte der Verantwortliche verzweifelt nach einer Karte, die natürlich in dem Chaos nicht aufzufinden war. Was müssen diese Weißen auch immer für aussergewöhnliche Wünsche haben?;) Der andere Touribeauftragte sprach total beschissenes Englisch, so dass wir dann doch wieder auf eigene Faust losmarschierten. Ungefähr 15 Minuten. Dann wars schon wieder zu heiß und wir hatten eine Cola bitter nötig. Die hat sich gelohnt: Der Kellner sprach besseres Englisch, konnte ein wenig über den See erzählen und organisierte uns dann noch ein Kanu, mit dem wir ein bisschen über den See schippern konnten. Traumhaft, weil wir ganz alleine auf dem seichten Wasser unterwegs waren, komisch aber, dass auf dem ganzen See verteilt wie Schwimmbojen schwimmende Plastikabfälle liegen. Umweltschutz gibt es einfach nicht.
Abends versuchten wir dann mal wieder einen Ausflug ins Internet. Ein folgenschwerer Besuch: In den wenigen Minuten, in denen das Internet mal funktionierte, stellten wir in unserem Reiseplan fest, dass der Flieger nicht wie angenommen Montag, sondern schon Sonntag nach Äthiopien fliegt. Panik!! Wir noch in der Mitte des Landes, Ausflug an den Strand geplant, sollen einen Tag in Addis Abeba verbringen. Schon übermorgen.
Nach tiefem Durchatmen und einer Dusche fanden wir zu unserer afrikanischen Standfestigkeit und unserer neuen Einstellung zurück: Wenn man nix dran ändern kann, sollte man wohl einfach das beste draus machen. Aber: wie ist eigentlich das Wetter in Äthiopien? Spricht man da Englisch? Wie teuer ist ein Visum? Ist es gefährlich? Uns fielen immer neue Fragen ein, in ein Land gereist ohne die geringste Ahnung, das ist nochmal was ganz Neues.
So haben wir uns aber trotzdem nicht von unserem ursprünglichen Plan, die letzte Zeit vor Abflug nochmal am Strand zu verbringen, abbringen lassen und fuhren Samstags über Accra nach Kokrobite, ein kleines Stranddorf in der Nähe von Accra.
In einem wirklich netten Gasthaus in kleinen Hütten am Strand verbrachten wir noch einige Zeit in der Sonne, aßen leckeren Fisch inmitten von so vielen Weißen, wie wir sie schon lange nicht mehr sahen und freuten uns dann auf unsere letzte Partynacht in Afrika: Es war Liveband-Raggae-Abend in dem sehr Rasta-angehauchten Guesthouse.
Mit polierten Danceshoes tanzten wir nochmal ausgiebig zu afrikanischen Klängen bevor wir schuldbewusst noch ein paar Stündchen (viel zu wenig!!) schliefen. Denn um 5 wurden wir schon wieder vom Taxi abgeholt um zum Flughafen gebracht zu werden.
Die nächsten 2 1/2 Tage waren dann von den primitivsten Grundbedürfnissen bestimmt: Essen und Schlafen. Im Flugzeug und im Hotel in Addis Abeba.
Von Äthiopien sahen wir dann nur einen kleinen Ausschnitt, 1 1/2 Stunden Besichtigung durch Addis, leider konnte der Taxifahrer und sein winziger Freund nicht besonders gut Englisch sprechen (wie glaube ich alle Äthiopier...), so dass wir nicht ganz so viel verstanden. Nur das Angebot, wir sollen doch mal traditionelle äthiopische Gräser kauen, davon würde man ganz große Augen bekommen und sehr glücklich werden. Die Frage, ob es sich um Drogen handelt, wurde vehement verneint. Trotzdem haben wir nicht so viel Vertrauen in unseren Taxifahrer geschöpft als dass wir es hätten ausprobieren wollen...
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