...Wellington halt machten und das ist Anlass genug für die komplette Stadt und tausende Besucher mal so richtig durch zu drehen....
Aber eins nach dem anderen:
Was also ist das eigentlich "Sevens"? Nun zum einem bezeichnet man eine bestimmte Form Rugby zu spielen als Sevens, weil man dort nur mit sieben Spielern pro Team je sieben Minutem pro Halbzeit spielt. Dieser Art Rugby zu spielen ist unheimlich schnell und intensiv und deshalb sehr beliebt bei den Zuschauern. Zum anderen wird das Sportevent bei dem 16 Nationen um die Welt touren und genau diese Variante von Rugby spielen kurz als "Sevens" bezeichnet. An diesem Wochenende war eben Wellington der Stop auf der Tour und das die Kiwis Rugby verrückt sind muss ich hier wohl nicht nochmal erwähnen, oder?
Wer nimmt Teil? Die 16 Nationen sind: Natürlich Neuseeland, Australien, Südafrika, Wales, Niue, Fiji, Schottland, Papua Neu Guinea, England, Kenia, USA, Tonga, Samoa, Argentinien, Frankreich und Kanada.
Was ist so besonders daran? Die Atmosphäre hier in Wellington! Zwei Tage lang der Lieblingssport der Kiwis und dazu noch die verrückten Kostüme. Ja richtig es gehört hier zum guten Ton sich während der Sevens möglichst ausgefallen zu verkleiden. Und so sah man Freitag und Samstag in der Strassen von Wellington (speziell entlang des Hafens in Richtung Stadion) alle möglichen und unmöglichen Verkleidungen: Klassiker wie Pirat oder Gefangener, Cowboys und Indianer, Polizisten, Stewardessen, Ärtze, M&M, diverse Superhelden (Hulk, Batman, Wonderwoman....), Duff-Man, aber auch Ausgefallenes wie eine Kühlbox als Lederhose getragen oder einfach nur ein weißes Badhandtuch um den Körper geschlungen. Einige ließen sich aber auch vom aktuellen Weltgeschehen inspirieren und so sah man die ein oder andere blaue Gestalt (nein - keine Schlümpfe) aus James Camerons "Avatar" durch die Strassen hüpfen. Ein weitere beliebte Verkleidung mit aktuellem Bezug war "Tiger Woods". Dutzende seiner Doubles sah man durch die Strassen wandeln auf der Suche nach dem nächsten "Hole in One". Einige von ihnen hatten T-Shirts mit dem Nike Logo und dem leicht abgewandelten Slogan "Just do her" (Original: "Just do it") und wieder andere waren noch einfallsreicher (siehe Fotos).
Was bräuchte man um diese Atmosphäre zu rekreieren? Nun man nehme die Kostüme, Feierlaune und Freizügigkeit des Kölner Karneval und würze das ganze mit einer ordentlichen Prise guten Wetters und Begeisterung der WM 2006.
Und all das spielte sich direkt vor meinen Augen und meiner Kamera ab. Was mich wieder einmal verblüffte, war die Tatsache, dass das alles, im Gegensatz zum Kölner Karneval, völlig aggressions- und gewaltfrei ablief - Zumindest habe ich keine Spur davon mitbekommen. Zum Beispiel lief da eine ganze Horde im SM-Outfit rum, zu dem natürlich auch eine kleine Peitsche gehörte. Alle die damit mehr oder weniger freiwillig eine auf den Allerwertesten bekamen, nahmen es sehr gelassen und mit Humor - niemand war ungehalten oder wurde gar aggressiv.
Unterm Strich kann ich die Sevens in Wellington nur empfehlen!
Für die Statistik: Gewonnen hat übrigens nicht der hohe Favorit NZ (dafür wurden aber die Wallabies (Australien) im Viertelfinale besiegt ;-)) sondern Fiji - aber das tat der Feierlaune in der Stadt keinen Abbruch. Ich Frage mich, wie es wohl gewesen wäre, wenn NZ gewonnen hätte ...?
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