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Tongariro Crossing

20.02.2010 | Bilder22 | Kommentare0 | Neuseeland  - Taupo
Der Tongariro Crossing gitl als eine der anspruchsvollsten Tageswanderungen, die man hier auf der Nordinsel machen kann. Es gilt ein Vulkanhochplateau zu überqueren...

...und dabei ca. 19 km über Vulkangestein mit teilweise steilen Auf- und Abstiegen zu bewältigen. Dafür hatten wir 8 Stunden Zeit. Man wird mit dem Bus an den Startpunkt gekarrt und dann 8 Stunden später am Endpunkt wieder eingesammelt.

Es hieß also für mich um 5 Uhr morgens aufstehen, da es von Taupo auch nochmal eine Stunde Fahrt bis zum Ausgangspunkt des Crossings war. Aus meinem Hostel waren noch zwei weitere Mädels mit von der Partie. Ich hatte gerade mein Frühstück beendet als eine der Mädchen meinte, der Bus wäre da. Das verwunderte mich zwar, da es erst 6:00 Uhr und nicht wie abgemacht 6:20 Uhr war, aber ich stieg mit in den Bus. Wie sich im Nachhinein heraus stellte gibt es mehrere Anbieter für diese Touren und ich hatte den falschen Bus erwischt. Das war aber nicht weiter schlimm, da ich sogar weniger bezahlen musste und schon im Bus Bekanntschaft mit Maartje schloss. Maartje kommt aus Holland und bereist Neuseeland bevor sie sich Australien zu wendet.

Wir beschlossen das Crossing gemeinsam an zugehen. Was ich allerdings nicht wusste war, dass ich mich gerade einer niederländischen Überschallrakete angeschlossen hatte. Sie blieb nicht mal zum Fotos machen stehen sondern schoss die Bilder mit ihrer Kompaktkamera während des Gehens, quasi aus der Hüfte! Da es perfektes Wetter war und dazu noch Wochenenden, waren Massen von Leuten auf dem Track unterwegs und manchmal war der Weg sehr schmal so dass wir langsamere Leuten nicht einfach überholen konnten, was Maartje nervte, sie aber so gut es ging zu verstecken versuchte.

An einem Punkt des Anstiegs konnte ich dann endgültig nicht mit ihr mithalten und wir trennten uns vorläufig, um uns dann auf dem letzten Stück des Tracks zufällig wieder zu treffen. Wie sich heraus stellte hatte es Maartje, ohne auch nur eine Pause zu machen, zum Gipfel eines der Vulkane geschafft, was im übrigen nicht Teil des regulären Tracks ist und nur Leuten empfohlen wird die wirklich fit sind und das war Maartje definitiv!

Die Wanderung war zwar teilweise anstrengend, aber sie war einfach wundervoll. Mondlandschaften, buntes Gestein und funkelnden Seen, Ausblicke über den Wolken - wunderschön und sehr vielfältig. Wiedereinmal geben die Bilder nur die halbe Wahrheit wieder, obwohl man von den Bildern auf denen Menschen zu sehen sind eine Ahnung von den wahren Dimensionen bekommen kann. Noch auf der Mitte des Weges habe ich mir geschworen, diesen Track nochmal zu laufen, wenn ich wieder mal in NZ sein werde.

Beim Abstieg von der Hochebene musste eine relativ steile Steigung bewältigt werden. Der Untergrund war loser, tiefer Kies. Eigentlich ideal, da man einen guten Stand hatte, sobald man seinen Fuß tief in den losen Untergrund stemmte. Es war ein bisschen, als ob man einen stark verschneiten Hügel herunter laufen würde. Mir machte das überhaupt keine Probleme, aber einige Leute hatten wirklich zu kämpfen. Zum Beispiel war dort ein Mädchen aus London, die gar nicht damit klar kam und in einem Schneckentempo den Hügel herunter kam, immer kurz davor zu stürzen. Ich hatte wirklich ein bisschen Angst sie könnte fallen und quasi ins Rollen kommen, weil es doch sehr steil war. Für die Leute die vor ihr gingen bestand, im Falle eines Falles, die Gefahr mitgerissen zu werden. Also tat ich mein Bestes ihr zu zeigen, wie sie die Füße verkanten soll und begleitete sie ein Stück bergab. Am Fuß der Steigung warteten dann auch ihre Freunde auf sie und wollten wissen was sie denn solange getrieben hätte - tolle Freunde!

Wie dem auch sei mal wieder war ich erstaunt wie schlecht ausgerüstet so mancher sich diesen Herausforderungen stellt. Leute mir Turnschuhen und ohne warme (Regen)Jacke sah ich mal wieder zu Hauf. Ich meine das Wetter super, aber da oben pfiff wirklich der Fuchs und wenn das Wetter umgeschlagen wäre, hätten einige ganz schön alt ausgesehen.

Buschi schrieb mir, dass als er den Crossing gemacht hat eine Asiatin dabei war die keine warme (Regen)jacke oder Ähnliches dabei hatte. Er war zu einer andern Jahreszeit hier in NZ und so hatten sie dann auch mit Regen- und Graupelschauern während der Wanderung zu kämpfen. Meiner Meinung nach war es unverantwortlich vom Busfahrer die Asiatin überhaupt los laufen zu lassen. Nicht nur das sie sich selbst, sondern im schlimmsten Fall auch die andern die ihr helfen (mussten) in Gefahr gebracht hätte. Manchmal könnte ich mich einfach nur aufregen über solche Leute - nunja zurück zu meiner Geschichte....

Nach dem Crossing waren wir natürlich platt Flundern und was bot sich da besser an als was zu essen und ein Bad im Lake Taupo zu nehmen. Gesagt getan, wir plantschen im herrlich erfrischenden Lake Taupo, ließen die letzten Sonnenstrahlen des Tages auf uns nieder scheinen und holten uns dann eine Pizza von Pizza Hut, da ich diese Fast Food Kette unbedingt mal ausprobieren wollte (ist übrigens nicht der Rede wert - Hoch lebe das Aladin :-) ).

Am nächsten Tag stand dann meine bisher größte Herausforderung an: Ein Fallschirmsprung aus 15.000 Fuß (ca. 4500 Meter). Aber das ist wieder eine andere Geschichte ;-)

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