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pedda_s' Blog

Northland - Spitzentour oder: Einmal Cape Reinga und zurück.

31.07.2010 | Bilder30 | Kommentare1 | Neuseeland  - Whangarei
18.07.2010 – 23.07.2010: Unsere letzte Fahrt mit unserem Van stand bevor. Der letzte Zipfel von Neuseeland, den wir noch nicht erkundet hatten: Northland. Mit...

...schönem Wetter und der langsam aufkommenden Vorfreude auf die Heimkehr nach Deutschland ging es von unserer Wwoofing-Stelle nahe Wellsford Richtung Whangarei.

Wir bogen hinter Wellsford auch gleich wieder vom State Highway 1 ab und fuhren an der Ostküste entlang. Die schönen Strände waren bei Sonnenschein und fast wolkenlosem Himmel noch einladender, so dass wir schließlich bei Waipu Cove anhielten und an einem besonders schönen Strand ein bisschen spazieren gingen.

Auf der Weiterfahrt nach Whangarei machten wir uns dann schon einmal Gedanken, was wir unbedingt noch in Northland sehen wollten. Ganz oben auf unserer Liste stand die Bay of Islands und natürlich Cape Reinga. Wir wollten aber auch noch eine Freundin in Ahipara besuchen, mit der wir zusammen in Coromandel im Motel gearbeitet hatten. Auf dem Rückweg konnte man dann gut an der Westküste mit ihren vielen Kauri-Bäumen wieder gen Auckland fahren. Das schien uns ein guter Plan zu sein.

Da wir uns schon vorher über die Must-Dos in Whangarei informiert hatten, fuhren wir schnurstracks zum Town Basin, dem kleinen Hafen mit Yachten und Segelbooten. Hier gab es wunderschöne alte Holzgebäude mit Läden und Cafés. Wir stellte unser Auto dann weiter nördlich an einem Park ab und machten uns auf zu den Whangarei Falls. Es ging entlang eines Flusses und weiter ein Stück an einer Straße entlang bis zum A.H. Reed Memorial Park.

Hier machten wir einen kurzen Stopp und nahmen einen kleinen Umweg durch den Park über einen tollen Baumwipfelpfad, der gleichzeitig über ein Bachtal führte. Man lief ca. 14 m über dem Grund über einen geschwungenen Holzsteg. Danach führte der Pfad wieder zurück zum Fluss und wir folgten ihm ein paar Windungen bis wir plötzlich vor den Wasserfällen standen. Sehr beeindruckend. Wie eine Wand fiel das Wasser fast 20 m Tief in ein Becken. Die ganze Zeit spürte man einen Wassernebel in der Luft. Von einer Brücke unterhalb des Wasserbeckens konnte man tolle Fotos machen und hätte von hier auch noch bis zum oberen Ende des Wasserfalls laufen können. Das sparten wir uns aber und genossen den Anblick von hier unten. Zurück ging es dann den gleichen Weg, den wir gekommen waren.

Für die Nacht blieben wir auf einem Campingplatz in der Nähe von Whangareis Zentrum. Am nächsten Morgen standen wir dann (einmal mehr) vor einem platten Reifen an Berts Hinterachse. Es war genau das Rad, welches ich in Wellington getauscht hatte. Da wir uns bis jetzt keinen neuen Reifen geleistet hatten und das eigentliche Rad immer noch gelocht in der Reserveradbucht verstaut war, mussten wir nun gezwungenermaßen gleich zwei neue Reifen besorgen.

Mit dem Auto fuhren wir ganz langsam und eiernd zur nächsten Tanke (zum Glück nur 200m entfernd). Dort versuchten wir den platten Reifen aufzupumpen um wenigstens noch bis zu einer Werkstatt fahre zu können, doch das brachte nichts, die Luft zischte einfach wieder heraus. Also hieß es umdenken. Wir schnappten uns den eigentlichen Reifen und rollten ihn zum nächstgelegenen Reifenservice. Wir hatten Glück, denn die Beschädigung des Reifens war minimal, so dass er noch repariert werden konnte. Für $20 hatten wir wieder ein fahrbares Rad. Das Ersatzrad war leider nicht mehr zu retten, was bedeutete hier einen komplett neuen Reifen zu kaufen. Mit ein bisschen Rumfragen fanden wir auch einen Gebrauchtreifenhändler und besorgten uns dort für $80 eine neue Ersatzbereifung.

Wieder fahrbereit wollten wir nun zu den Abbey Caves, etwas außerhalb von Whangarei. Diese sollen sozusagen die kostenfreie Alternative zu den Waitomo Caves sein, dafür aber auch ohne Führung und Sicherheitsausrüstung. Als wir am Höhleneingang standen war uns das Ganze doch etwas zu gefährlich. Unsere Taschenlampen waren nicht die allerhellsten und in der Höhle schien es gleich steil bergab und nass zu werden. Wir wollten nichts riskieren und drehten wieder um.

Auf zur Bay of Islands hieß es nun dafür. Zuerst hielten wir in Kawakawa um einen Blick auf die Hundertwasser-Toiletten zu werfen. Dann ging es weiter nach Paihia, wo wir uns auf einem wunderschönen Campingplatz direkt am Wasser einquartierten. Nach einem Spaziergang am Strand entlang zum Zentrum des Ortes und einem wunderschönen Sonnenuntergang über der Inselreichen Bucht, gab es, zurück am Auto, etwas Suppe zu essen. Eine kleine Katze, die hier anscheinend den Besitzern des Campingplatzes gehörte, wollte uns nicht mehr von der Pelle rücken. Anscheinend gefiel ihr, dass jemand mit ihr spielte und sie kraulte. Nur unser vegetarisches Mahl schien ihr nicht zu schmecken. Neben uns hatten ein paar andere Backpacker ihr Lager aufgeschlagen, der Lautstärke, den drei teuren Leihwagen und dem Akzent nach zu urteilen vom nordamerikanischen Kontinent. Fredi sagte hierauf zum kleinen Kätzchen: „Geh mal zu den Amerikanern, die haben bestimmt Fleisch“.

Am Morgen wollten wir dann eigentlich auf die Waitangi Treaty Grounds, gleich gegenüber von unserem Campingplatz. An diesem historischen Ort wurde von Engländern und Maori 1840 der Vertrag von Waitangi unterschrieben, der den Maori eigentlich Souveränität und volle Kontrolle über ihre Ländereien gewähren sollte (Leider stand dies nur in der Maori-Übersetzung des Vertrages). Wie so viele Attraktionen geizte man auch hier nicht am Eintrittspreis. Wir hatten keine Lust jeweils $25 zu bezahlen und nutzten einen „unbewachten“ Nebeneingang um wenigstens das Treaty House von hinten zu fotografieren.

Nach einem Zwischenstopp an den Hukere Falls, ging es weiter nach Kerikeri, wo Neuseelands älteste europäische Gebäude zu finden sind. Wir schauten uns bei wunderschönem Sonnenwetter ein bisschen um und fuhren dann aber bei Zeiten weiter zu unserem nächsten Ziel: Cape Reinga.

Es wurde langsam dämmerig und so konnten wir einem wunderbaren Sonnenuntergang am Cape beiwohnen mit Leuchtturm im Vordergrund und den Three Kings Islands am Horizont. Wir fuhren dann auch einen Campingplatz des DoC und machten uns dort bei Mondschein ein paar von Gregs Würstchen auf dem Gaskocher warm. Am Nächten Morgen wollten wir dann früh aufstehen um den Sonnenaufgang überm Kap zu sehen, leider regnete es und die Bewölkung ließ keinen einzigen Sonnenstrahl hindurch.

Also mussten wir ohne Sonnenaufgang aufbrechen. Wir wollten noch bis Ahipara fahren, hielten aber zwischendurch noch an den riesigen Sanddünen von Te Paki und machten einen kurzen Abstecher zum Ninety Mile Beach (der eigentlich nur 90 km lang ist). Die ganze Zeit nieselte es, so dass es uns immer ziemlich schnell weiter zog.

In Ahipara trafen wir dann in der Endless Summer Lodge Ann-Kathrin wieder, mit der wir zusammen in Coromandel einen Monat gearbeitet hatten. Natürlich musste erst einmal über die anderen Mitarbeiter in Coromandel und die Chefs gelästert und über unsere Reiseroute seit dem Aufbrechen berichtet werden. Anschließend wurden noch Fotos gezeigt und da es draußen gänzlich anfing zu regnen wie aus Gießkannen spielten wir zu dritt noch eine Runde Monopoly. Am Abend gab es dann die restlichen Bratwürste von unserer Wwoofing-Stelle zusammen mit gebackenen Kumaras, Kartoffeln und Möhren natürlich mit dem guten Olivenöl gewürzt. Ann-Kathrin freute sich natürlich über endlich richtige Würstchen (sie kommt aus Thüringen), denn neuseeländische Würstchen kann man eigentlich überhaupt nicht essen, es sei denn man hat seine Geschmacksnerven komplett verloren. Wir ließen ihr dann noch unsere große Flasche Olivenöl da, wir würden sie bis zu unserer Abreise in zwei Wochen sowieso nicht mehr aufbrauchen.

Am nächsten verabschiedeten wir uns wieder einmal und fuhren weiter Richtung Süden. Diesmal nahmen wir eine etwas weniger befahrene Nebenstrecke, bei der man ein Stück mit einer Fähre über den Hokianga Harbour fahren musste. In Rawene am anderen Ufer hielten wir kurz und schauten uns die drittälteste europäische Siedlung in Neuseeland an. Weiter ging es dann die Kauri-Küste in südlicher Richtung entlang mit kurzem Stopp an einem Aussichtspunkt über der Mündung des Hokianga Harbour in die Tasman Sea, dem größten Kauri Neuseelands und schließlich am Trounson Kauri Park. Hier befand sich auch der Campingplatz auf dem wir über Nacht bleiben wollten. Wir machten hier noch eine Wanderung durch den Park und bestaunten etliche riesige Kauri-Bäume.

Da wir danach noch ziemlich viel Zeit hatten, putzten wir schon einmal unser Auto, schließlich sollte es, wenn wir wieder zurück in Auckland sind, verkauft werden. Im Nachhinein war das nicht so eine gute Idee, da es am nächsten Tag schon wieder regnete und der leibe Bert schnell wieder so dreckig war wie zuvor. Auf der Fahrt nach Auckland hielten wir dann aber nicht mehr an, fuhren stattdessen bis hinein in die Stadt. Im IEP fanden wir übers Internet noch ein günstiges Hostel, das City Groove Backpackers, wo wir uns dann für die nächsten zwei Wochen niederließen.

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Kommentare (1)

  • (#1) carmenw sagte am 04.08.10 um 14:44 Uhr:

    Toiletten in Neuseeland - eine Geschichte für sich?


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