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rosa_bergers Blog

Quebrada Verde

21.03.2011 | Bilder12 | Kommentare2 | Peru 
Quebrada Verde ist der Name des Distrikts, in dem wir unser Projekt absolvieren. Es gefällt mir dort sehr gut, auch wenn wir erst zwei mal dort waren. Nach dem...

...ewigen Chaos und ein paar Enttäuschungen, da es das Projekt in das wir mit einsteigen sollten, nicht so gibt, wie es uns gesagt wurde, muss ich sagen, gefällt es mir wirklich gut. Es ist fast ein bisschen dörflich, man denkt kaum, dass es noch zu Lima gehört, denn Lima kommt oft laut, chaotisch und manchmal sogar etwas düster rüber.

Das erste Mal haben wir viel über die neuen Gebäude erfahren, die Touristen anlocken sollen und einen kleinen Überblick bekommen, auch waren zur Unterstützung Christian (Liwa) und Ana (Fovida) dabei. Dadurch kommt man natürlich nicht zu Gesprächen und zum Plaudern, wie wir es nun am Samstag erleben konnten. Marlies ist momentan in Purin, eine Bekannte besuchen, also waren nur Michel, Birgit und ich dort.

Um 13 Uhr kamen wir mit unserem, mittlerweile privaten Taxifahrer :), in Quebrada Verde (auf deutsch: grüne Schlucht) an. Nach kurzer Warterei ging es dann mit Jacinto (Tourismuschef) los, um ein paar wichtige Menschen und Einrichtungen kennenzulernen.

Angefangen haben wir mit der Krankenstation. Sie ist sehr klein, es arbeiten dort zwei Krankenschwestern, die vom Staat angestellt sind. Es kommt aber auch jeden Tag ein Arzt aus Pachacamac (es gibt zwei, die sich immer abwechseln). Geöffnet haben sie immer von 8 Uhr bis 14 Uhr. Außerhalb der Zeiten müssen sie bei Notfällen nach Pachacamac (ein Distrikt weiter, wodurch es natürlich wieder zu Fahrtkosten kommt). Es gab 4 Behandlungszimmer, mit verschiedenen Schwerpunkten, wie Gynäkoloie oder Medizinausgabe usw. Die Krankenschwester war sehr kommunikativ, erzählte uns das Polio in ihrem Distrikt sehr verbreitet sei. Zudem sind Krankheiten, wie Hautausschläge, Bauchschmerzen und Darmerkrankungen, durch das schlechte Wasser und die falsche Nutzung, an der Tagesordnung.

Auch Erkältung plagt viele Menschen dort, da sie einfach keine Kleidung und keinen ausreichenten Schutz für den Winter haben. Damit haben sie oft zu kämpfen. Wieder ein Täufelskreislauf, da sie kein Geld für Kleidung und Dekcen haben aber Geld für Medizin ausgeben müssen, da sie krank werden. Auch gibt es viele unterernährte Kinder. Auf der Krankenstation erhalten Kinder, bei denen man es an den Händen sieht, dass sie unterernährt sind, eine Art Reis zum Essen. Sie geben sich auf jeden Fall sehr viel Mühe und es kommen auch täglich ca 30 Personen und wollen behandelt werden.

Unser nächster Anlaufpunkt war dann eine Volksküche. Herzlichst empfangen von einer etwas älteren Dame, führte diese uns dort hin. Eine wunderbare Frau, witzig und wirklich ein Persönchen. Sie war sehr begeistert von unserer Idee, dort zu helfen. Die Volksküche ist natürlich nicht rießig aber eine sehr wichtige Einrichtung in Quebrada Verde. Es gibt einen Abstellraum, wo sich das Essen befindet, dass vom Staat gezahlt wird. Zu diesem Raum hat aber auch nur eine Person zutritt, die dann immer für den Tag die Lebensmittel rausgibt. Dadurch ist eine gute Absprache unter den Köchinnen und ihm nötig, die scheinbar nicht immer sehr gut funktioniert.

Zudem haben sie viel mit der Bürokratie zu kämpfen, da immer alles genaustens aufgeschriben werden muss und dem Staat am Ende des Monats aufgezeigt werden muss. 5 Lebensmittel stehen ihnen zur Verfügung, immer mit dabei Reis, Nudeln, Öl, Tomatensoße und eine beliebige Zutat, die variieren kann, um auch Abwechslung zu haben. Ein Essen kostet ca 25 Cent, wenn es mal was Feines gibt 30 Cent. Es kochen täglich zwei Frauen. Die Institution Volksküche bietet so den Bewohnern die Möglichkeit einmal am Tag eine ausreichende Mahlzeit für wenig Geld zu sich zu nehmen. Zudem bietet sie dort Rentnern, Arbeitslosen und Ehrenamtlichen einen Arbeitsplatz. Uns wurde auch angeboten dort zu kochen, was wir sicherlich auch liebend gerne annehmen werden. Da freue ich mich sehr drauf.

Auch haben wir eine privatisierte Volksküche gesehen. Es gibt auch Frauen,die sich die Sachen selbst anschaffen und dann für die anderen kochen. Das Essen kostet dort immer 30 Cent und es ist alles etwas kleiner gehalten, trotz alle dem auch eine schöne Sache.

Als nächstes Trafen wir dann eine Frau, die das Hilfsprogramm \\\\\\\\\\\\\\\"Un Vaso de Leche\\\\\\\\\\\\\\\" in ihrem Haus führt. Auch wieder durch den Staat unterstützt, wird bei diesem Programm Milchpulver kostenlos geliefert. Morgens um 4 Uhr (eher nachts) wird ein Feuer gemacht, um dann Wasser zu erhitzen und das Pulver aufzulösen, um den Kinder ein Glas Milch vor der Schule bieten zu können. Wir trafen auch eine andere Frau, die das gleiche macht, nur zeitlich versetzt. Dort kann man dann abends ein Glas Milch bekommen. Das Programm findet in ganz Peru statt. (Eine zuckersüße Katze habe ich bei diesem Besuch streicheln können, gegen Tollwut bin ich ja geimpft ;-) )

In Quebrada Verde gibt es eine Schule, die erste Schulstufe, für Kinder von 6 bis 11 Jahren. Es erwartete uns ein buntes Haus, ein paar Klassenzimmer. Die Stuhlzahl in den Räumen verrät, wie die momentane Kinderzahl ist. Dort werden den Kindern grundlegende Dinge übermittelt. Auch besitzen sie ein kleines Beet, wo die Kinder anpflanzen können. Wenn dann etwas gedeiht, können sie es mit nach Hause nehmen und mit der Familie essen. Dadurch entsteht gleich das Bewusstsein für die Nützlichkeit vom Anpflanzen. Leider haben wir keinen dort angetroffen , der uns etwas erzählen könnte, aber das werden wir noch nachholen.

Auf dem Rückweg von unserer Tour, durch das schöne Dorf, trafen wir dann noch die Abuelita (Dorfoma). Eine trotz ihres alters quicklebendige, lebensfrohe Frau. Sie begrüsste uns voller Freude, wieder drei neue Kinder zu haben, um die sie sich nun kümmern kann. Egal was wir haben, bei ihr findet jeder Trost und kommt zu ihr. Eine sehr witzige und päppige Frau!

Wir sind dort sehr willkommen, jeder hat uns herzlichst begrüßt und freut sich auch auf unseren nächsten Besuch. Sie waren alle sehr kooperativ und haben gleich viel erzählt. Jeder bietet uns seine Hilfe an. Ich denke, wenn wir dann mal ein paar Tage bleiben, auch über Nacht, werde ich wieder um einige Erfahrungen in meinem Leben reicher sein. Dafür bin ich den Menschen dort jetzt schon sehr dankbar. Ich bin höchst beeindruckt von der Lebensfreude,die durch diese Menschen, trotz der Umstände, die dort herrschen, fließt.

Eine letzte interessante Information: Die Häuser in Quebrada Verde sind oft grün, natürlich wegen des Namens und weil im Winter der Hang immer grün blüht, im Sommer natürlich durch die Hitze nicht. Zudem sind viele Blumen und Tiere auf die Häuser gemalt. Diese zeigen, welche Pflanzen und Tiere es in Quebrada Verde gibt. Eine sehr schöne Idee, finde ich!!

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Kommentare (2)

  • (#1) Vera sagte am 21.03.11 um 10:57 Uhr:

    Wow Rosa, das sieht alles total cool aus und hört sich richtig interessant an!!! Bin gespannt was du noch so erzählst!

  • (#2) Mutterle sagte am 05.04.11 um 17:10 Uhr:

    Finde es immer wieder spannend, was du so neues schreibst!


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