...ich grade in einem Internetcafé und werde mal die Ereignisse der letzten Wochen aufschreiben. Ukutula ist DER Hammer- das Paradies auf Erden. Ich kümmere mich hier um 5 acht Wochen alte Löwenbabys (Cash, Cherry, Winston, Walt und Wes) und seit knapp zwei Wochen um 4 dreieinhalb Wochen alte, superknuffige Babys (Bella, Rosemary, Basil und Sage). Für alle, die es interessiert, die Namen kommen vom Koch und bis auf Bella sind das alles Kräuter :D Bella ist übrigens eine weiße Löwin mit blauen Augen. Dann haben wir bei uns im Gehege noch zwei Geparden: Emma und Jay. Emma wurde von ihrem Vorbesitzer misshandelt und hatte ganz schlimm Ringworm, aber sie ist so eine süße, charismatische Persönlichkeit und liebt es zu Kuscheln-und mittlerweile wächst auch das Fell wieder. Und Jay ist sehr ängstlich und nicht sehr zutraulich. Ich konnte ihn schon ein paar Mal streicheln, wurde aber auch schon übel von ihm zugerichtet, als ich ihn in eine Kiste sperren sollte – meine Arme waren so übel zerkratzt und zerbissen, also Leute, es ist sinnlos sich auf einen Kampf mit einem Geparden einzulassen J
Aber erstmal zum Anfang. Vor drei Wochen kamen wir hier in diesem kleinen Himmel auf Erden an und haben unsere Zimmer bezogen. Die Lodges stehen übrigens mitten im Cubgehege, d.h. dass wir morgens, wenn wir zur Tür herauskommen immer gleich von den Babys angefallen werden. Mein Zimmer teile ich mir mit Luise, das klappt super. Dann haben wir hier einen Laundry Service, der uns einmal wöchentlich die Wäsche wäscht und die Zimmer putzt – voll der Luxus. Und das Essen hier ist der Wahnsinn! Zum Frühstück gibt’s immer Müsli und dazu entweder Pfannkuchen, irgendwas mit Ei oder süßes Toast und Speck. Zum Mittag meistens Sandwiches und abends denn entweder Braai (Barbecue) oder was anderes Afrikanisches (Boerewoers, Impala, Curry, Hühnchen, Maisbrei…). Neulich hat Franco uns überrascht, indem er mitten im Busch zusammen mit Helga und Gill ein Kuchenbuffet organisiert hat. Da gabs denn Kuchen und Tee im Busch – sehr lecker! Die Farm selbst ist wunderschön. Es gibt einige Gästehäuser und für uns und die Ranger eine wunderschöne Bar, in der wir schon so einige Partys gefeiert haben- also keine Sorge auch im Busch kann man feiern! Dann gibt’s noch einen Pool, wir Volis leben wie gesagt direkt mit den Löwen und natürlich Löwengehege.
Unser Tag beginnt täglich zwischen halb acht und acht. Alle zwei Stunden werden die Cubs gefüttert – anschließend werden die Kleineren noch stimuliert. Nicht die schönste Aufgabe, wenn dir Löwenpoo und –pee über die Hand läuft, aber naja gehört dazu J Als Cubteam hat man dann am Tag auch mehrmals Cub-Interactions mit den Touristen und Gästen auf der Farm. Da wird denn geknuddelt und fotografiert was das Zeug hält. Alles in allem ist das Team relativ easy. Ansonsten gibt es noch das Kitchenteam, das Franco (25), Meg (26), Gill (46,Ranchbesitzerin) und Helga (21, Tochter) in der Küche unter die Arme greift – wie viel ich hier schon abgewaschen habe… am anstrengendsten ist aber ohne Frage das Rangerteam, meist mit Hansi (21), gelegentlich auch mal mit T.J. (21), Vince (20) oder Juan (20). Mit Hansi haben wir schon Wasserloch gegraben, Straßen verbessert, tote Tiere (meist Kühe, Hühner und Gnus von benachbarten Farmen) abgeholt und Tonnen von Karotten und rote Beete. Das ist immer besonders lustig. Meist kommen denn alle Ranger mit und laden Karotten auf den Hänger, anschließend geht’s zurück hintendrauf auf dem Hänger mit den Karotten – wir hatten schon wunderbare Karottenschlachten und es ist wahnsinn, wie sehr sich die Kinder hier freuen, wenn du ihnen vom Hänger aus Karotten zuschmeißt… Die Karotten verfüttern wir denn an die Tiere auf der Ranch. Es gibt hier Zebras, Impalas, Gnus, Kudus, rote Gnus, Warzenschweine, 3 Giraffen, Injalas, Wasserbock, Eland, Jakale, Affen, Krokodile, Schlangen. Spinnen (Christina hatte eine riiiiiiiiiiiiiiiesen Baboonspider in ihrem Zimmer – igitt! Und ich dusche seit gestern immer mit einer Rainspider – ganz ehrlich Leute, Spinnenphobie koennt ihr hier vergessen!)… alles schon gesehen J
Mit Vince in einem Team bedeutet meistens Löwenkäfige saubermachen oder aber Löwen füttern. Insgesamt gibt’s hier über 40 Löwen, davon ca. 10 weiße Löwen (Ukutula ist übrigens auf die Zucht von weißen Löwen spezialisiert – wunderschöne Tiere). Abends ist das Löwengebrüll dementsprechend laut! Die Großen sind nicht mehr wirklich zum Knuddeln, ein paar 2jährige Weibchen lassen sich noch streicheln, aber das ist alles mit Vorsicht zu genießen. Aber ich habe schon mit Einjährigen geknuddelt J so süüüß! Ansonsten leiden unsere Babys hier unter einer Pilzinfektion, so called „Ringworm“. Auch ich habe ihn bekommen, denn er wird von Tier zu Mensch übertragen- man bekommt rote Punkte auf der Haut, die fast wie Brandwunden aussehen und manchmal jucken. Aber das ist halb so schlimm, es gibt gute Cremes dagegen und da das so gut wie alle Volis bekommen fällts nicht so auf ;) Die Löwen sehen da schlimmer aus… deswegen gibt’s –für die Gäste nicht zugänglich- nochmal ein Gehege mit den „Gremlins“. Das sind sooo süße Knuddeltiere, aber halt fast nackt, weil sie so schlimm RIngworm haben. Aber seitdem wir hier sind ist bei den meisten schon wieder Fell gewachsen J
Neben den täglichen Aufgaben als Ranger, Kitchen oder Cubteam haben wir auch schon einen Ausritt im Busch gemacht – was richtig geil war. Ich wollte schon immer mal mit fliegenden Haaren durch den Busch galoppieren J- Dann waren wir noch in Pilanesberg. Pilanesberg ist eine kleinere Ausgabe des Kruger National Parks und ist einfach nur perfekt. Der Tag war somit der schönste hier. Wir sind früh gefahren und haben bis abends den ganzen Tag da verbracht. Ich habe natürlich das Übliche an Tieren gesehen, aber auch Hippos, Breitmaulnashörner, Elefanten und sogar einen Karakal. Gestern haben wir denn eine Quadtour durch den Busch gemacht – ganz ehrlich, ich bin fuers quadfahren geboren :D es hat soviel Spass gemacht und wir haben wieder eine Menge Tiere gesehen!
In unserer letzten Woche geht’s noch in ein Elephant Sanctuary J und natuerlich Souveniershoppen auf dem Free Market!
Willie (51) und Gill, die Besitzer der Farm, sind sowieso total nett. Egal was man hat, die beiden achten immer darauf, dass es einem als Voluntär gut geht. Abgesehen davon sind die Ranger auch super klasse. Alle ein bisschen durchgedreht und bekloppt, aber das passt ja bestens zu mir. Neulich haben wir die Nacht im Busch verbracht. Es ist Wahnsinn, was man hier für einen Sternenhimmel hat. Ich habe bestimmt 5 Sternschnuppen gesehen. Ich hätte wahrscheinlich auch gut geschlafen, aber T.J. hat mich und Luise die ganze Nacht wachgehalten J aber so haben wir mitbekommen, wie die Sonne aufgeht, die Tiere erwachen… und das während die Anderen geschlafen habe…
Wir waren auch schon an den Granitminen. Das ist wunderschön dort. Schwarze, riesige Steine ragen dort meterhoch in die Gegend und ein türkisblauer See in der Mitte, der zum Baden einlädt. Eigentlich wollten wir da nochmal hin und dann von 10m rein springen, aber Hansi hat dann doch lieber ein Impala gejagt. Es ist sowieso Wahnsinn, was ich jetzt hier schon alles zerschnitten gesehen habe. Ich weiß jetzt zumindest wie Zebras, Kühe, Gnus und Impalas von innen aussehen und wie ein Löwenbaby sich im Mutterleib entwickelt habe ich auch schon mitbekommen – per Ultraschall natürlich . Und nachts waren wir einmal dabei, wie eine Löwin grade dabei war Junge zu bekommen Ach ja, ich durfte auch schon dabei sein, als wir eine weiße Löwen (Zahara) mit Pfeil betäubt und anschließend in die Tierklinik zum Röntgen gebracht haben. Das war was J
Die Gegend hier ist sehr ländlich, viel Farmarbeit und alles noch sehr trocken. Allerdings hatten wir jetzt zwei Mal Regen und so langsam kommt alles ins Blühen und die ersten Tierbabys sind zu sehen. Wir haben hier auf der Farm z.B. eine Straußenfamilie und zwei Zebrafohlen – und natürlich massig Impalajungtiere. Momentan kümmern wir uns um ein Straußenjunges, das nicht so ganz gesund zu sein scheint. Wir haben es Egon genannt aber ehrlich gesagt, glaube ich nicht, dass das Tier überleben wird... aber wir wollen mal positiv sein.
Die Gewitter hier – sei es mit Regen oder nicht – sind übrigens der Wahnsinn. Erst ist alles ganz ruhig, denn kommt auf einmal ein Blitz der alles erhellt und dann ein explosionsartiger Donner, der dich richtig zusammenzucken lässt. Also nicht so’n Pillepalle wie in Friesland!
Was hier richtig lustig ist, ist die Verkehrsregelung und die Polizei. Also zunächst einmal ist das hier nicht so, dass alles geteert oder gepflastert ist. Die meisten Straßen sind einfach nur gesandet oder aus Lehm, dementsprechend huckelig und doof fährt sich das da drauf. In der Farm selbst gibt’s nur Feldwege, das ist ziemlich unbequem, wenn du hinten auf der Ladefläche des Buggys zwischen toten Hühnern sitzt und aufpassen musst, nicht rauszufallen. Was ich aber eigentlich erzählen wollte ist, dass Hansi einmal von der Polizei angehalten wurde, weil er nicht angeschnallt war. Die Polizei hat aber nix dazu gesagt, dass wir zum fünft hinten auf der Ladefläche des Buggys saßen – was ja im Prinzip viel verkehrswidriger ist, als sich nicht anzuschnallen. Aber da das ein Privatwagen ist, interessiert sich die Polizei nicht dafür, ob man nun hinten auf Hühnern, Kühen oder aber Karotten sitzt – alles auf eigene Verantwortung!
So nebenbei, an die Zurückgebliebenen, die Temperatur beträgt hier zwischen 30 ° und 38° C am Tag – Sonntag hatten wir 38,5°C was für Frühling schon nicht schlecht ist. Die anderen Voluntäre sind soweit echt nett. Mit Luise, Leonie, Julia und Christina verstehe ich mich blendend, leider sind Uli und die Holländer letzte Woche schon gefahren L Die einzigen, die richtig stressen, sind Charlotte, Niels (Holland), Debby und Kary (GB). Das sind doofe Bratzen. Ich glaub ich hab noch nie jemanden kennengelernt, der so anstandslos, egoistisch, dumm und nervig ist. Aber naja, ich schlag mich mit den anderen Mädels ganz ladylike durch (Gossip :D ).
Neben den bereits genannten Rangern gibt’s hier auch noch Suzanne (27), Renzka (21) und Alwyn (21), die aber eher für die Gäste als für uns zuständig sind. Aber sie sind ganz nett. Und da alle hier immer auf einem Haufen sitzen haben wir unheimlich viel Spaß beim Klatschen und Tratschen – ist fast schon eine Telenovela hier mit allem drum und dran J
Also alles in allem geht’s mir super. Auch nach vier Wochen hat Afrika nix von seinem Reiz verloren und ich muss jetzt schon fast weinen, wenn ich daran denke „meine“ Cubs Freitag verlassen zu müssen. Ich will unbedingt nochmal wiederkommen und sehen, was aus meinen Babys geworden ist J
Als nächstes geht’s ja denn auf meine fünfwöchige Expedition. Ich weiß nicht, wie das da mit Internet ist, aber ich bezweifle, dass ich da mehr Internet habe als hier. Aber für alle, die zwischendurch trotzdem mal wissen wollen, wies mir geht, hier meine afrikanische Handynummer (ein Anruf aus Deutschland ist nicht so teuer J ) : +27711010749
ich hoffe, euch allen geht es gut. Vielen lieben Dank, dass ihr immer alle so suess an mich denkt und mir schreibt. Ich wuerde mich gerne oefter melden, aber das gestaltet sich hier schwierig!
Ich wünsch euch einen schönen Herbst und vermisse euch. Bis bald, ganz liebe Grüße vom anderen Ende der Welt
Lisa („Ak es a suit maisiken – ich bin ein süßes Mädchen“, zumindest das kann ich auf Afrikaans sagen :D)
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Hallo Schatz, tolle Bilder! Du siehst gut und glücklich aus! Mehr telefonisch.
HDGDL, paß auf Dich auf!
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