Also ist zur Zeit "fruitpicking" angesagt, was in unserem Fall Aefpel und Birnen ernten bedeutet. Aber alles der Reihe nach...
Ich bin also wirklich am 22. Januar von Cairns aufgebrochen, um die Ostkueste Australiens zu erkunden. Es schien ja fast schon so, als ob ich in Cairns gestrandet waere. Und ja, der Abschied fiel mir auch verdammt schwer...
Mein erster Stop hiess also Townsville, wo ich mich noch einmal mit Jonny ( der "Pokerprofi" und meine erste Bekanntschaft hier in Australien ) getroffen habe. Zusammen mit ein paar seiner Freunde haben wir Magnetic Island erkundet und natuerlich das ein oder andere Abschiedsbierchen getrunken.
Zwei Tage spaeter sind dann auch schon Josh und Kieran nachgekommen. Da die Beiden Magnetic Island auch gerne sehen wollten, sind wir noch einmal fuer einen Tag ruebergefahren. Und ich habe meine ersten Erfahrungen mit einem Golfschlaeger und einem winzigen weissen Baellchen machen koennen. Sehr witzige Sache!
Als Naechstes standen die Whitsunday Islands auf unserem Program. Schon die Fahrt nach Airlie Beach war ein einziges Abenteuer. Eigentlich hatten wir vor, eine Nacht zu Campen und am naechsten Morgen nach Airlie aufzubrechen und uns in aller Ruhe ein Hostel zu suchen. Aber den Campingplatz in Giru, den wir auserkoren hatten, existierte leider nicht mehr. Und da wir an jedem Rastplatz, an dem wir hielten, sofort von Hunderten von Moskitos attakiert wurden, entschlossen wir uns, die Nacht nach Airlie durchzufahren. Da wir gegen ca. 3 Uhr morgens dort ankamen, entschlossen wir uns, auf einem Parkplatz ein paar Stuendchen zu schlafen, was aber aus Platzgruenden mehr oder weniger unmoeglich war. Also hab ich die restliche Nacht auf einer Parkbank verbracht, was wohl mein unkomfortabelster Schlafplatz hier in Australien war. Hoffentlich...
Nach zwei wundervoll, sonnigen Tagen in Airlie haben wir dann unseren Segeltoern angetreten. Und es kam, wie es kommen musste. Es hat geschuettet, wie aus Eimern.
Gluecklicherweise besserte sich das Wetter aber an den folgenden Tagen und die Sonne beglueckte uns am dritten Tag sogar fast ununterbrochen mit ihrer Anwesenheit.
Die Whitsundays sind wirklich wunderschoen. Traumhafte Straende und wundervolle Schnorchelplaetze, welche wir natuerlich ausgiebig unter die Lupe genommen haben. Und ich habe meine ersten Riesenschildkroeten, Delfine und Sting Rays gesehen.
Und auch, wenn ich nicht der gebohrene Seemann bin, ich wuerde diesen Trip sofort wieder machen!
( Allerdings wuerde ich die Nachwirkungen gerne auslassen, die dieser Ausflug mit sich bringt. Ich hab mich noch Tage spaeter gefuehlt, als sei ich auf dem Boot. )
Unser naechster Stop sollte dann Brisbane sein, da uns langsam aber sicher das Geld ausging und wir in Brissy die besten Jobmoeglichkeiten vermuteten. Ausserdem wollten wir dort einen Freund von Josh und Kieran aufgabeln, um dann zusammen nach Fraser Island zu fahren und dort endlich mal zu zeigen, warum wir uns einen 4x4 gekauft haben.
Auf dem Weg dorthin haben wir aber noch in Noosa stoppen, um kurz eine gemeinsame Freundin zu besuchen. Da aber auch Noosa schon ca. 800 km von Airlie Beach entfernt ist, haben wir eine Nacht Zwischenstop in Gladstone gemacht.
Noosa ist das St. Tropez Australiens. Wenn man nach Noosa Heats hineinfaehrt, spuert man sofort, dass dort eher die betuchteren Leute ihre Zeit verbringen.
Man merkt es aber auch spaetestens an den Preisen. Das guenstigste Hostel, in dem wir uns dann auch einbuchten, kostete 27$ die Nacht. Und es war eines der schlechtesten Hostels, in denen ich hier gewohnt habe. Fuer den Preis kann man echt mehr erwarten...
Aber Noosa ist wirklich sehenswert. Ein wunderschoener Strand, an dem sich einige Surfer tummeln. Und das zurecht. Ausserdem war es unser erster Strand, an dem wir beruhigt ins Wasser gehen konnten, ohne uns Sorgen um die Stingers ( Jellyfish ) machen zu muessen.
Drei Tage spaeter haben wir uns dann auch nach Brisbane aufgemacht, nachdem wir in der letzten Nacht in Noosa unsere letzten Reserven auf den Kopf gehauen haben. :-)
Aber Brissy war nicht das, was wir erwartet hatten. Wir hatten natuerlich auch nicht sonderlich viel Zeit, uns alles in Ruhe anzugucken, da wir schnellstmoeglichst einen Job finden mussten. Dazu kam noch, dass das Wetter alles andere als angenehm war. Die meiste Zeit hat es geschuettet wie aus Eimern, aber das ist zur Zeit nichts aussergewoehnliches an der Ostkueste. Januar und Februar ist halt Regenzeit...
Nach drei mehr oder weniger erfolglosen Tagen haben wir uns dann entschieden, 2,5 Stunden suedwestlich von Brisbane einen Job als Fruitpicker anzutreten. Die andere Alternative waere fruitpicking 3 Stunden noerdlich von Brissy gewesen, aber die Wetteraussichten waren fuer den Suedwesten wesentlich besser. Also sind wir auf nach Stanthorpe, wo wir sicher sein konnten, einen Job zu bekommen. Hier hatte gerade die Erntezeit begonnen und hier sind unzaehlige Jobs und genauso viele Backpacker...
Hier sind wir nunmehr seit 3 Wochen und pfluecken mehr oder weniger froehlich ( eher weniger, aber man gewoehnt sich an alles ) Aepfel und Birnen und haben gluecklicherweise mittlerweile einen Job gefunden, in dem wir stuendlich bezahlt werden. :-)
Es ist der eintoenigste Job, den ich je gemacht habe! Aber wir werden noch ne Woche durchhalten und dann geht's wieder auf grosse Reise. Dann geht's hoffentlich endlich nach Fraser, Town of 1770, nochmals Noosa, Australia Zoo, Surfers Paradise, Byron Bay...
Wenn das Wetter mitspielt...
Also, ihr merkt, ich hab noch viel vor! Und deshalb werdet ihr mir bestimmt auch nachsehen, dass ich ein bisschen laenger bleibe. :-)
Hab euch alle sehr lieb!
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