Wir haben ja mittlerweile schon Dezember, mensch, wie die Zeit vergeht. Das ist nun mein 4.Monat in Irland.
Mein Alltag hier ist immer wieder ein bisschen Abwechslungsreich, aber jetzt auch nich soooooo der börner..
Nachdem ich mich ja morgens am besten innerhalb 2 Sekunden angezogen haben muss, helf ich den Kindern und habe mit ihnen Breakfast.
Danach bringe ich meist Marelle und Emma in die Schule, erledige dann meine täglichen Aufgaben in der Küche: Wäsche machen und wegräumen, Tisch saubermachen, evtl spülen, und natürlich, wie nach jeder Mahlzeit.. Küche kehren….
Neben staubsaugen, Kartoffel schälen, Karotten schälen, manchmal auch Pizza oder Lasagne machen oder Käse reiben, Schinken kleinschnibbeln oder Weißkraut kochen, Unkraut rupfen, Holz sortieren, Kamin sauber machen und neu an machen , Kühlschrank und Mikrowelle auswischen, Utility Room aufräumen und die Jacken sortieren, draußen die Blätter wegkehren bzw. die Hofeinfahrt von Blättern befreien, den „Plastikschrank“ sowie manch andere Schränke, falls nötig, schöön aufräumen und „organisieren“, die hübsche Vitrine im Wohnzimmer mit all den vielen Gläsern ausräumen, die Gläser natürlich auch waschen und den Schrank vom Staub befreien, den Spielraum aufräumen, Spülmaschine ausräumen, Wohnzimmer staub wischen, Weihnachtsbaum aufstellen und schmücken sowie überall im Haus Weihnachtsdeko anbringen, mit den Kindern schmusen, kuscheln, malen, basteln, streiten, lesen, Hausaufgaben machen, das Wort „Schinkenklopfen“ beibringen, sowie deutsche Lieder singen, Filmchen und Kinderstunde gucken, puzzeln, Kinder ins Bett bringen oder sie baden,spazieren gehen, essen, Tee trinken, Taxi spielen, Marelles selbstgemalte Kreise von der Wand entfernen, Die Couch mit einer Nagelbürste sauber machen..gibt es bestimmt noch einiges, was ich jetzt vergessen hab aufzuzählen, was ein Au-Pair noch so täglich zu tun hat.
Ab und an schickt mich Clodagh nach Mallow oder Kanturk, um ein paar Sachen, wie zb. Einkaufen für sie zu erledigen.
Neulich gab sie mir ihre Karte mit und ich sollte Geld für sie abheben. Da stand also klein Vanessa vorm Gelsautomaten und wusst nich wie, also hat sie ihre Gastmutter angerufen und sie haben es zusammen versucht. Nach mehrmaligem probieren teilte sie mir mit, das ich doch glatt die falsche Karte hab, die richtige liegt noch zu Hause, ich musste also wieder zurück und mir die richtige Karte holen. Daheim angekommen, wie sollte es auch anders sein, haben schon eine Tasse Kaffee und ein Sandwich sowie Obstsalat auf mich gewartet. Als ich wieder losziehen durfte, hatte ich Marelle im Schlepptau :D aber das ist ja für mich kein Problem mehr.
Jaa hab ich den eigentlich schon erzählt, dass ich auch schon Meerwasser geschmeckt hab??
Ja, irgendwie war das schon lustig, aber andererseits..
Also ich fang mal ganz vorne an:
Clodagh, Marelle und ich sind nach Gaileen ins Sommerhaus gefahren um noch ein Bett und eine Wickelkommode fürs Baby zu holen.
Natürlich mussten wir erst mal ans Meer, die Wellen an diesem Tag waren wesentlich höher als normal und es war sehr windig
Ich natürlich voller Eifer, spring aus dem Auto und ab nach ganz vorne, Emil soll ja auch alles zu sehen bekommen und gute Bilder machen.
Da steh ich da, guck durch die Kamera und da kommt eine Welle näher und näher, aber ach soweit kommt die schon nicht.. und schwuuups.. über die Mauer aufs kleine Wännilein und Emil… L
Ich war gerade am zurück laufen da kam auch schon die zweite über mich geschwappst..
Jaaaaaaa nett DANKEEEEEEEE
Keine Welle davor und auch keine Welle danach ist über die Mauer geschwappt, natürlich nicht, da stand ja auch kein Wännilein um ein Foto zu machen, da macht sowas selbst der Irischen See keinen Spass…
Im Sommerhaus gabs Gott sei Dank noch ein paar trockene Klamotten für mich, wir luden alles was wir brauchten ins Auto und es ging wieder ab nach Hause, Eamonn sollte natürlich auch von den riiiesen Wellen erfahren :)
Achja, ich hab ganz vergessen zu erwähnen, dass zum Arzt bzw ins Krankenhaus gehen mein neues Hobby ist, ich liebe es, vor allem hier in Irland. Den Ärzten irgendwie zu erklären wo der Schuh drückt ist ne echt tolle Sache. Dann darf man immer und immer wieder neu seine deutsche Adresse aufschreiben, weil ihnen das zu anstrengend ist und erklären, wie man DITZEL ausspricht :D
In der Apotheke zahlt man dann 1 Euro oder 0,5Euro und man hat mal wieder ein neues Antibiotikum jaa spaß -ich sag´s euch ….
Aber jetzt mal wieder zu einem spannenderen Teil, den Wochenenden.
Hmm, wenn ich so drüber nachdenke, ist eigentlich gar nicht sooo viel passiert.
Ich habe mir mal wieder das Meer unten in Sandy Cave angesehen, war an kleinen Klippen und hab die letzten Sonnenstrahlen des Tages genossen. Auch habe ich gerätselt, wie Schafe auf eine Insel im Meer gelangen können.. Gibt es etwa einen unterirdischen Tunnel, oder können sie bei Ebbe schnell wieder aufs Festland laufen?? Hmm.. ich weiß es nicht und ich habs auch immer noch nicht rausgefunden, wieder mal was komisches in Irland.
Achja, eine weitere Lieblingsbeschäftigung ist natürlich auch das Shoppen gehen, was soll man auch sonst anstellen, bei soviel Regen…?!
Also fuhren Clodagh, die Kinder und ich eines samstags nachmittags nach Limerick ins Shopping Center. Clodagh traf sich mit ihrer Schwester Fiona und ich mich mit Lisa- Fionas AuPair. Dort angekommen, musste man natürlich erst mal was essen, klar, Stärkung muss sein.
Nach einem netten „Spaziergang“ also durchs Shoppingcenter mit Lisa ging es auch schon wieder nach Hause.
Großes Highlight an diesem Tag war, das Emmas 1. Zahn rausfiel und schließlich auch komplett verloren ging, da klein Emma den Zahn nicht Mummy geben wollte. „ Nein, ich tu ihn in meine Tasche, da verlier ich ihn nicht…“ Kaum im Auto gesessen, schon ging das Geschrei los…
Naja, kein Grund zur Sorge, die Zahnfee kam trotzdem und hat ganze 5 Euro hinterlassen.. Man die muss viel Geld haben..Bei mir gabs sowas noch nich, ich schätze die Zahnfee weiß mittlerweile wie man Geschäfte macht..
Desweiteren, gab es noch einen kleinen Wochenendausflug mit Bettina, einem AuPair aus Waterford. Wir fuhren nach Skibbereen, Baltimore, Inchydoney und Clonakilty.
Skibbereen und Baltimore, ja, was soll ich sagen.. kleine Städte, nix zu machen, nix besonderes aber wir haben sie auch mal gesehen und können jetzt mitreden :D
Am nächsten Tag fuhren wir zu einem Stonecircle. Leider konnte man die Informationen darüber nicht mehr wirklich lesen, da alles schon zu verblasst war.. toll, wieso der da jetzt also ist, kann ich euch leider nicht erzählen, war aber wirklich nett anzusehen
In Inchydoney: haaammer Strand, Meer und kleine Klippen. Das Wetter hat auch super mitgespielt und man hat mal wieder die Sonne und die wunderschöne Aussicht genossen. Clonakilty hingegen hat mich an eine Stadt im Winterschlaf erinnert :D
So, genug bebrabbelt, jetzt komm ich mal zu meinem spannendstem, aufregendstem, und ich weiß keine Wörter mehr für den Rest, Wochenende…
Besuch aus Deutschland:
Boris sollte eigentlich um Punkt 9am am Flughafen in Kerry landen. Also war ich natürlich auch zu dieser Zeit da, klein Boris aber nicht..
Da hörte ich es: „ das Flugzeug hat 2h Verspätung…“ Na toll.. da sind also schon mal 2h unseres kostbaren Wochenendes weg.. na egal, kann ja nur noch besser werden!!!!
Als das Flugzeug dann endlich mal in Irland angekommen ist, packte ich Boris gleich ins Auto und wir fuhren zu einem Hostel, um ein Zimmer zu buchen. Die nette Dame zeigte mir einen kostenfreien Parkplatz für mein liebes Auto, also setzte ich dieses da hab und wir verbrachten den Tag damit, um uns ein bisschen in Killarney umzugucken und unsere Taschen ins Zimmer zu bringen.
Am Abend ging es dann in einen Pub um mal einen „IrishCoffee“ für ganze 6Euro zu probieren..Nunja, wenn man Whiskey mit Kaffee mag ist das bestimmt auch nett, den 1. Schluck fand ich noch ok, aber dann…. Die Irren eben…………
Gut gelaunt ging es am 2. Tag also zum Frühstück. Heute stand die Ring of Kerry Tour am Plan.
Am Auto: mein Fenster war etwas unten, Boris seins halb.. ich hab mir nichts draußgemacht, wieso auch?!..
Bis Boris die Tür öffnete und nur “ ach du scheiße“ gesagt hat. Ich setzte mich erst mal ins Auto, sah mir das Elend an und rief Eamonn an um ihm zu erzählen, das da wohl jemand versucht hat, sein Auto zu klauen. Die Zündung war weg und unterm Lenkrad das Plastik war kaputt damit die Kabel raushingen konnten. Joa, total am Boden zerstört warteten wir dann auf die Polizei die uns ein paar Sachen befragte und das Auto in Beschlag nahm um es auf Finderabdrücke zu untersuchen.
Später durften wir der Polizei noch einen kleinen Besuch am Revier abstatten um mein Statement abzugeben und der Tag war ein bisschen im Eimer. Man konnte ja jetzt nichts mehr richtig machen, irgendwo hin fahren oder so, weil es einfach schon zu spät war.. Also wieder ein Tag in Killarney City…
Am Sonntag konnten wir doch endlich die Ring of Kerry Tour machen. Wir fanden eine Organisation die ihren Bus umherfährt, trotz Schnee, Eis und Kälte, Glück gehabt.
Die Straßen waren ja soooo schrecklich, man ist richtig im Sitz hoch gehüpft. Die Landschaft hat aber ein bisschen von den Turbulenzen im Bus abgelenkt J
Nach einer gewissen Zeit hat es aber auch wirklich nun mal gereicht mit den Schlaglöchern und nur im Bus sitzend nach draußen gucken, wir wollten heim.
Zum Dinner gabs dann lecker Pasta für 14 Euro und dann noch einen kleinen Abstecher in einen Pub zum Bulmers und Guinness trinken. Irgendwie geschafft vom vielen Busfahren ging es dann auch wieder zurück ins Hostel.
Den Montag morgen haben wir damit verbracht um Bus, Zug und Taxi Verbindungen zum Airport sowie zurück zu meiner Heimat ausfindig zu machen, oh man, ein Stress…
Das Flugzeug hatte wieder einmal 2h Verspätung und ich kam am falschen Bahnhof an. Also was heißt falscher Bahnhof, es gab hier kein Ticketautomat.. schlecht für mich, gut für den Taxifahrer, der noch da war, so hat er sich noch ein paar mehr Groschen verdient und durfte mich zurück nach Killarney an den dortigen Bahnhof fahren.
Irgendwann um 9Uhr oder so kam auch ich endlich mal zu Hause an, war ich froh im Bett zu liegen nach dem Wochenende.. Es war wirklich schön, doch die paar Kleinigkeiten drum rum hätten einfach nicht sein müssen….
Boris kam übrigens die Nacht um 2.30 Uhr daheim an… Ihm gings ja wirklich noch schlechter als mir …
So, ich glaube, das war jetzt genug fürs erste. Vielleicht tun euch auch schon die Augen ein bisschen weh vom vielen „links-rechts, links-rechts“ gucken :D
Bis wiedermal
Frohe Weihnachten
Eure Vanessa
P.S. Das Baby wiegt schon ganze 4kg aber es will immer noch nicht raus
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