...Seine Uni, die IIT Madras, liegt nicht grad in der tollsten Stadt der Welt, Chennai, die viertgroesste Stadt Indiens erhaelt in den Reisefuehrern nicht sehr viel Lob. Dafuer bietet sie dem geneigten Reisenden einen Soforteinstieg in das Land. Keine geschoenten Touristenviertel oder internationales Flair. Schon auf dem Weg vom Flughafen in die Stadt (Prepaid-Taxi ca. 450 Rupien, je nachdem wohin man will) passiert man dreckige Strassenzuege, Kuhherden mitten im Verkehr, verfallene Haueser, stinkende Fluesse, Menschenmassen und eine unglaubliche Armut. Ganze Familien, Kinder, Alte und schwangere Frauen liegen auf der Strasse und betteln.
Es gibt zwei Gegenden, in denen man Unterkuenfte finden kann, einmal die etwas schoenere Gegend am Bahnhof Egmore und einmal das arme Viertel in Triplicane. Die Unterkuenfte fuer den schmalen Geldbeutel entsprechen aber keineswegs dem Standard, den man als verwoehnter Europaeer gewohnt ist.
Zwei Wochen in einem riesigen Land wie Indien sind herzlich wenig, deswegen hab ich mir leider auch nur einen Bundesstaat ansehen koennen. Das sehr religioese und konservative Tamil Nadu! Touristen scheint es hier nicht viele zu geben, ueberall wird man neugierig beaeugt um nicht zu sagen angestarrt und regelmaessig angesprochen. Ausserdem scheint das Land fast nur auf Maennern zu bestehen, die das taegliche Leben auf den Strassen dominieren.
Man sollte sich, vor allem, wenn man wie ich als Frau allein reist, an ein paar klare Regeln halten: niemals Bein zeigen, Schultern bedecken.... Maenner durch nichts ermuntern, sich einem anzunaehern (es wird in einem extremen Masse und auf sehr unangenehme und zudringliche Art "geflirtet"). Dazu kommen die andere Kultur was das Essen (ich hab ausschliesslich vegetarisch gelebt und nicht auf der Strasse gegessen), das Leben im Tempel und auf der Strasse angeht. Es kostet einige Zeit wirklich fuer alles NUR die rechte Hand zu benutzen! Man wird staendig angefasst, die Bettler zupfen am Aermel und die Haendler wollen einen in ihren Shop draengen. Manchmal hilft es einfach nur laut zu werden um so die Aufmerksamkeit anderer zu erregen, die einen dann retten.
So. Wenn man sich hier einigermassen eingelebt hat, kann es aber auf Tour gehen, denn die Sehenswuerdigkeiten einiger Orte lohnen wirklich einen Besuch!
Marmellapuram
Ein netter Strandort, wo man ein wenig internationales Flair erleben und andere Traveller treffen kann. Es lohnt auch eine Tour entlang der East Coast Road (Tiger Cave, Crocodile Bank, Kovalam, Muttukadu, Dakshina Chitrada das Kuenstlerdorf). Man kann hier sehr guten Fisch essen! Ich hatte das Glueck eine Homestay-Unterkunft bei einer sehr netten Familie zu finden (hinter dem Shanti Cafe). Die Tempelanlagen sind seeehr zu empfehlen. In einer skurrilen Felslandschaft gibt es kleine Hoehlen und eine tolle Aussicht. Der Strandtempel ist besonders Abend schoen, auf der einen Seite ist der Touristenstrand mit den Fischerbooten, auf der anderen Seite ist der belebtere Einheimischenstrand mit Reitpferden, Karrussel und weiterem Unterhaltungsprogramm.
Pondycherry
...wird als franzoesische Stadt in Indien angepriesen, jedoch kann man das indische Chaos und geschaeftige Treiben nicht verneinen. Interessant sind die Tempel und die Ashrams, wo man Meditationskurse belegen kann. Es gibt einen franzoesichen Heritage Walk und eine sehr nette Strandpromenade. Ich war grad zur Zeit des Ganesha-Festivals da, wo Statuen des Gottes im Meer versenkt wurden.
Blogeintrag gelesen von 106 Besuchern.